Alcione

Handlung

Céix und Alcione lieben einander und wollen heiraten. Auch Céix’ Freund Pélée ist in Alcione verliebt. Er ist zwar bereit, auf sie zu verzichten, doch die Zauberer Phorbas und Ismène verwenden seine Gefühle als Vorwand, um ihren Gegner Céix zu vernichten. Nachdem sie die Hochzeit erfolgreich sabotiert haben, reden sie Céix ein, dass er das Land verlassen müsse, um Alcione zu retten. Sein Schiff sinkt in einem Sturm. Alcione erfährt durch einen Traum vom Tod ihres Geliebten und will sich ebenfalls töten, um ihm zu folgen. Ihre Freunde können sie zunächst daran hindern, und Céix’ Vater Phosphore macht ihr neue Hoffnung. Als jedoch am nächsten Morgen die Leiche Céix’ an Land gespült wird, erdolcht sich Alcione aus Trauer. Dennoch gibt es ein glückliches Ende, denn der Gott Neptune steigt aus dem Meer und verwandelt das Paar in Eisvögel.

 

Prolog

Der Berg Tmole

Flussgötter und Najaden bevölkern das Gebirge und bilden eine Art Wasserfall. Tmole kündigt einen Gesangswettkampf an. Von der einen Seite kommt Pan mit Faunen und Dryaden hinzu, von der anderen Apollon (eine Allegorie auf König Ludwig XIV.)[1] mit den Musen. Pan beginnt den Wettbewerb mit einem Lobpreis auf den Krieg, der durch den Ruhm unsterblich mache. Apollon dagegen besingt, unterstützt vom Echo, den Frieden. Als Tmole Apollon für den Sieger erklärt, verlässt Pan empört mit den Faunen die Bühne. Apollon ruft die Hirten und Hirtinnen der Gegend herbei und fordert die Musen auf, zur Feier seines Siegs die Geschichte Alciones zu erzählen.

 

Erster Akt

Eine Galerie im Palast von Céix, die zu dem den Göttern geweihten Teil des Palasts führt

Szene 1. Der Zauberer Phorbas führt Pélée in den Palast. Dort soll die Hochzeit der von diesem geliebten Alcione mit seinem Rivalen Céix stattfinden. Phorbas, wie seine Kollegin Ismène ein erbitterter Gegner Céix’, ist entschlossen, die Verbindung mit allen Mitteln zu verhindern. Doch Pélée ist Céix durch Dankbarkeit und Freundschaft verbunden (nachdem Pélée seinen Bruder ermordet hatte, schützte Céix ihn vor dem Zorn seiner Mutter). Phorbas ist entschlossen, ein von Pélée bezwungenes Ungeheuer wiederzubeleben, um es gegen das Paar einzusetzen. Pélée möchte jedoch nicht noch mehr Schuld auf sich laden („Trop malheureux Pélée“).

Szene 2. Das Brautpaar erscheint mit einer Gruppe Äolierinnen, Céix’ Gefolge und Alciones Vertrauten Céphise und Doris. Der Chor preist das Glück der beiden („Aimez, aimez-vous sans alarmes“), die in den Gesang einstimmen. Als Céix das unglückliche Gesicht seines Freund Pélée bemerkt, redet dieser sich damit heraus, dass er sich schuldig fühle, Unheil an diesen Ort gebracht zu haben. Es folgt ein Divertissement.

Szene 3. Der Hohepriester des Gottes Hymenaios trifft mit seinen Leuten ein, die mit Girlanden geschmückte Fackeln tragen, und beginnt die Hochzeitszeremonie. Doch diese wird durch höllischen Lärm unterbrochen. Furien steigen aus der Unterwelt auf, entreißen den Priestern die Fackeln und stecken den Palast in Brand. Für den Hohepriester ist das ein Zeichen, dass der Himmel die Verbindung ablehnt.

 

Zweiter Akt

Eine grauenvolle abgeschiedene Gegend mit dem Eingang zur Höhle von Phorbas und Ismène

Szene 1. Die beiden Zauberer erwarten die Ankunft Céix’, der nach seiner unterbrochenen Hochzeit Hilfe sucht. Sie wollen ihn weiter verunsichern und verstecken sich.

Szene 2. Der verzweifelte Céix kommt herbei, über sein Leid klagend. Als sich Phorbas und Ismène zeigen, fleht er sie an, die Geister der Hölle zu seiner Unterstützung zu rufen. Die beiden raten ihm, Alcione zu vergessen. Doch dann erfüllen sie ihm seinen Wunsch und rufen weitere Magier zur Beschwörung der Dämonen hinzu.

Die Szene verwandelt sich in ein Abbild der Hölle

Im Hintergrund sitzen Pluto und Proserpina auf ihrem Thron – auf einer Seite die fünf Flüsse der Unterwelt auf ihren Gefäßen, auf der anderen Seite die drei Parzen. Phorbas, Ismène und die Magier führen verschiedene Beschwörungszeremonien durch. Nach einer Weile bekundet Phorbas, eine Antwort erhalten zu haben: Céix’ Untergang sei sicher, wenn er Alcione nicht aufgebe. Ihm bleibe nur noch die Flucht zu Apollon. Céix macht sich auf den Weg.

 

Dritter Akt

Der Hafen von Trachis mit einem zur Abfahrt bereiten Schiff

Szene 1. Pélée vergleicht die trügerische Ruhe des Meeres mit der Liebe („O mer, dont le calme infidèle“).

Szene 2. Phorbas versichert Pélée, dass seine Chancen bei Alcione jetzt besser stehen, da er Céix aus dem Weg geräumt habe.

Szene 3. Matrosen bitten den Meeresgott Neptune mit Tanz und Gesang um eine ruhige Fahrt, bevor sie das Schiff besteigen.

Szene 4. Alcione und Céix verabschieden sich schmerzerfüllt voneinander. Céix versichert ihr, dass er nur ihrer Sicherheit wegen abreise. Er bittet Pélée, sich um ihr Wohlergehen zu kümmern, besteigt das Schiff und fährt ab.

Szene 5. Alcione fleht ihren Vater Neptune an, Stürme vom Schiff fernzuhalten. Voller Schmerz über die Abreise ihres Geliebten fällt sie in Ohnmacht. Pélée ruft sie wieder zur Besinnung. Beide leiden unter ihren Gefühlen.

 

Vierter Akt

Der Tempel der Juno

Szene 1. Alcione fleht die Göttin an, den Geliebten zu ihr zurückzuführen.

Szene 2. Doris berichtet Alcione, dass das Opfer nach ihrem Wunsch vorbereitet wird. Céphise macht ihr Hoffnung, Céix bald wiederzusehen.

Szene 3. Die Priesterin der Juno und weitere Priesterinnen beginnen mit der Opferzeremonie, tanzen um den Altar und werfen Weihrauch ins Feuer. Eine sanfte Symphonie versetzt Alcione in Schlaf. Letzterer selbst erscheint in Gestalt von Le Sommeil auf einem Bett von Mohnblüten und von Dämpfen umhüllt, begleitet von den personifizierten Träumen. Er fordert die Priesterinnen auf, den Tempel zu verlassen, während er den Wunsch Junos ausführen wird.

Szene 4. Im Schlaf träumt Alcione von einem im Sturm sinkenden Schiff. Die Träume verwandeln sich in die ums Überleben kämpfende Besatzung. Morphée nimmt die Gestalt des Céix an, der sich noch im Sterben um Alcione sorgt.

Szene 5. Alcione beschließt, ihrem Geliebten in die Unterwelt zu folgen.

 

Fünfter Akt

Der ans Meer grenzende Teil von Céix’ Gärten, in nächtlichen Schatten gehüllt

Szene 1. Pélée, Céphise und Doris wollen Alcione den Selbstmord ausreden. Pélée gesteht ihr seine Gefühle. Er bekennt, dass er sich selbst an Céix’ Tod schuldig fühle, reicht ihr seinen Dolch und fordert sie auf, ihn zu töten. Doch Alcione will den Dolch nutzen, um sich selbst zu erstechen. Céphise entreißt ihr die Waffe.

Szene 2. Céix’ Vater Phosphore steigt in seinem Stern vom Himmel herab und verheißt Alcione, dass der Himmel ihr Céix zurückgeben werde.

Szene 3. Im Angesicht von Alciones Glück flieht Pélée schuldbewusst. Alcione bedauert ihn als Freund ihres Geliebten.

Szene 4. Im Morgengrauen wird der Leichnam Céix’ von den Wellen ans Ufer gespült. Alcione fühlt sich von den Göttern verraten und erdolcht sich.

Szene 5. Neptune entsteigt dem Meer mit seinem gesamten Hofstaat und verheißt den Liebenden Unsterblichkeit. Aus dem Blut Alciones entspringen Eisvögel (Alcedinidae,französisch: Halcyon), die sich auf den Thron Neptunes setzen. Neptune erklärt, dass er Phorbas in einen Felsen verwandelt habe. Das glückliche Paar ist wieder vereint. Zum Abschluss der Oper feiern die Meeresgötter die Auferstehung von Céix und Alcione.

Programm und Besetzung

Künstlerisches Profil


LEITER: Jordi Savall
REGIE: Louise Moaty
COREOGRAPHY: Raphaelle Boitel
SET DESIGN: Tristan Baudoin
COSTUMES: Alain Blanchot
LICHT DESIGN: Arnaud Lavisse
CIRCUS MASTER: Nicolas Lourdelle
KOPRODUKTION: Opéra Comique (Paris) und Gran Teatre del Liceu
KOPRODUKTION: Château de Versailles Spectacles, Théâtre de Caen, La Brèche und Pôle national des arts du cirque de Normandie / Cherbourg-en-Cotentin
DAS KONZERT DER NATIONEN
LEITER DES CHORES: Lluís Vilamajó


Besetzung


Alcione: Marianne Beate Kielland
Ceix: Cyril Auvity
Pélée: Marc Mauillon
Pan/Phorbas: Lisandro Abadie
Tmole/High Priest/Neptun: Antonio Abete
Ismène/Erster Segler: Jeanne Lefort
Eine Pastora/Zweiter Segler/Junon: Hanna Bayodi-Hirt
Apollon: Sebastian Monti
Doris: Jungfrau Gnidzazaz
Céphise: Lise Viricel
Aeglé: Maria Chiara Gallo
Chefsegler: Yannis François
Phosphor: Gabriel Jublin
Ein Diener von Ceix: Benoît-Joseph Meier

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Mai 2020
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Gran Teatre del Liceu

Das Gran Teatre del Liceu ist das größte Opernhaus der katalanischen Hauptstadt Barcelona und liegt an den Rambles im Zentrum der Stadt.

Das Theater wurde am 4. April 1847 eröffnet und nach einem Brand am 31. Januar 1994 im Jahr 1999 wiedereröffnet.

 

Der Wiederaufbau

Nach der Brandkatastrophe wurde beschlossen, das Liceu „am selben Ort und so wie es war“ wieder aufzubauen, allerdings mit den nötigen Verbesserungen. Eine gemeinnützige Stiftung wurde gegründet, die „Fundació del Gran Teatre del Liceu“ und die private Trägergesellschaft überließ trotz innerer Widerstände einzelner Miteigentümer das Grundeigentum der öffentlichen Hand. Die Stiftung startete eine große und erfolgreiche Spendenkampagne. Die Hälfte der Rekonstruktionskosten konnten so gedeckt werden.

Nach 5 Jahren „Liceu a l'exili“ an verschiedenen Spielstätten öffnete das Haus am 7. Oktober 1999 wieder seine Pforten. Am Programm stand Turandot von Puccini, das Werk, das auch am 31. Januar 1994 hätte gespielt werden sollen. Die Fassaden und der Spiegelsaal waren erhalten geblieben. Der Zuschauerraum wurde in alter Art rekonstruiert, allerdings in den Jahren 1998–1999 mit neuen Malereien des katalanischen Künstlers Perejaume ausgestattet. Bühne und Büros wurden modernisiert. Auch ein neuer kleiner Saal wurde geschaffen und die Pausenräumlichkeiten wurden erweitert. Als Architekten des Rekonstruktionsprojektes fungierten Ignasi de Solà-Morales, Xavier Fabré und Lluís Dilmé.

 

Zahlen und Fakten

Der große Saal hat bei 360 m² Fläche eine Kapazität von 2.286 Plätzen in Theaterbestuhlung. Er wird auch als Bankettsaal genutzt, auf einer Fläche von 530 m² finden dann 350 bis 530 Personen Platz. Veranstaltungen finden auch im Saló dels Miralls (spanisch: Salón de los Espejos, dt: Spiegelsalon, max. 280 Personen), im Foyer und im Vestibül statt. Seit der Wiedereröffnung 1999 verfügt das Haus über eine außergewöhnlich aufwändige Bühnentechnik, die schnelle und kosteneffiziente Wechsel der Bühnenbilder erlaubt.

 

Besichtigung

Eine Besichtigung des Opernhauses außerhalb der Konzertzeiten ist möglich. Täglich werden geführte Rundgänge angeboten, diese dauern etwa eine Stunde. Ungeführte Rundgänge sind ebenso möglich.

 

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