The clemenza di Tito

Handlung

Die Handlung der Oper spielt im Jahr 79 in Rom.

 

Erster Akt

Gemächer Vitellias

Szene 1. Vitellia ist erzürnt darüber, dass Kaiser Tito, der den Thron ihres Vaters Vitellio usurpiert hat, die „Barbarin“ Berenice heiraten will und ihre eigenen Rechte somit übergeht. Sie verspricht ihrem Verehrer Sesto, die Seinige zu werden, wenn er ihre Schmach rächt und den Kaiser stürzt. Sesto, der mit Tito befreundet ist, überwindet seine Skrupel nach einigem Zögern und nimmt die Aufgabe an (Nr. 1: Duett Vitellia, Sesto: „Come ti piace imponi“).

Szene 2. Sestos Freund Annio berichtet, dass Tito sich aus Gründen der Staatsräson von Berenice getrennt hat. Vitellia, die nun hofft, dass Tito vielleicht eine Ehe mit ihr selbst eingehen will, lässt den Mordplan wieder fallen. Als Sesto ihr daraufhin vorwirft, ihn wie einen Spielball zu behandeln, weist sie ihn zurecht (Nr. 2: Arie Vitellia: „Deh se piacer mi vuoi“).

Szene 3. Annio bittet Sesto um die Hand seiner Schwester Servilia und um Fürsprache bei Tito (Nr. 3: Duettino Sesto, Annio: „Deh prendi un dolce amplesso“).

Teil des Forum Romanum, prächtig mit Bögen, Obelisken und Trophäen geschmückt; im Hintergrund das Äußere des Kapitols und eine prachtvolle Straße dorthin

Szene 4. In feierlichem Rahmen (Nr. 4: Marsch) huldigen Senatoren, Abgesandte der Provinzen, Liktoren, Prätorianerund das römische Volk dem Kaiser (Nr. 5: Chor: „Serbate, oh Dei custodi“). Er erhält den Ehrentitel „Vater des Vaterlandes“. Annio und der Prätorianer-Hauptmann Publio informieren Tito über einen Senatsbeschluss, die Tributzahlungen für einen dem Kaiser gewidmeten Tempel zu verwenden. Tito fühlt sich geehrt, entscheidet aber, das Geld stattdessen für die Opfer des letzten Vesuv-Ausbruchs zu nutzen. Sesto will Tito nun über den Hochzeitswunsch von Annio und Servilia informieren. Tito unterbricht ihn jedoch zu beider Bestürzung mit der Mitteilung, dass er sich nun eine römische Gattin nehmen wolle und für Sestos Schwester Servilia entschieden habe. Ausgerechnet Annio soll ihr diese Nachricht bringen (Nr. 6: Arie Tito: „Del più sublime soglio“).

Szene 5. Unter Qualen erzählt Annio Servilia, dass sie zur Kaiserin ausersehen wurde. Er ist bereit, Tito zuliebe auf sein Glück zu verzichten, doch Servilia will sich unter keinen Umständen von ihm trennen (Nr. 7: Duett Servilia, Annio: „Ah perdona al primo affetto“).

Angenehmer Ort in den Kaisergemächern auf dem Palatin

Szene 6. Publio bringt Tito eine Liste von Regimekritikern, gegen die Maßnahmen ergriffen werden sollten. Tito lehnt das ab. Leichtfertige Kritik kann er ignorieren, Verrückte bemitleiden, für konstruktive Kritik ist er dankbar, und Bösartigkeiten will er vergeben.

Szene 7. Servilia erzählt Tito von ihrer Liebe zu Annio. Der lobt sie für ihre Ehrlichkeit und gibt sie frei (Nr. 8: Arie Tito: „Ah, se fosse intorno al trono“).

Szene 8. Vitellia fühlt sich von Tito erneut übergangen und reagiert mit Ablehnung auf Servilia. Diese verschweigt ihr die jüngste Entwicklung.

Szene 9. Vitellia drängt Sesto erneut, gegen den Kaiser vorzugehen. Obwohl sich dieser von ihr verhöhnt fühlt, kann er ihr nichts abschlagen. Er eilt zum Kapitol, um einen Aufstand anzuzetteln und Tito zu ermorden (Nr. 9: Arie Sesto: „Parto, ma tu ben mio“).

Szene 10. Kaum ist Sesto fort, erscheinen Publio und Annio mit der Nachricht, dass Tito nun beschlossen habe, Vitellia zu heiraten. Vitellia ist erschüttert, da sie Sesto nicht mehr aufhalten kann (Nr. 10: Terzett Vitellia, Publio, Annio: „Vengo… aspettate…“).

Kapitol wie zuvor

Szene 11. Sesto hat starke Gewissensbisse, dass er zum Verräter an seinen Freund Tito geworden ist (Nr. 11: Accompagnato Sesto: „Oh Dei, che smania è questa“). Das Kapitol ist bereits in Flammen aufgegangen. Annio und Servilia kommen Sesto entgegen, doch zu deren Verwunderung eilt er fort. Kurz darauf erscheint auch Publio und berichtet von einer Verschwörung gegen den Kaiser. Alle sind bestürzt über die Schreckensrufe der Bevölkerung (Nr. 12: Quintett mit Chor: „Deh conservate, oh Dei“).

Szene 12. Vitellia ist auf der Suche nach Sesto.

Szene 13. Sesto kehrt vom Kapitol zurück. Er glaubt, dass Tito tot ist. Die anderen rätseln, wer wohl hinter dem Anschlag stecken könnte. Vitellia kann Sesto gerade noch daran hindern, seine Schuld zu offenbaren. Alle trauern.

 

Zweiter Akt

Angenehmer Ort in den Kaisergemächern auf dem Palatin

Szene 1. Zu Sestos Erleichterung bringt Annio die Nachricht, dass Tito überlebt hat. Sesto gesteht Annio seine Schuld und will zur Buße das Land verlassen. Annio überredet ihn, Tito stattdessen um Gnade zu bitten (Nr. 13: Arie Annio: „Torna di Tito a lato“).

Szene 2. Vitellia, die auch für sich selbst fürchtet, drängt Sesto zur Flucht.

Szene 3. Publio kommt mit einigen Wachen, um Sesto zu verhaften. Sesto hatte während des Aufstands versucht, den Kaiser zu ermorden, aber versehentlich seinen eigenen Komplizen Lentulo verwundet. Lentulo hat daraufhin Sesto als Urheber der Verschwörung benannt.

Szene 4. Sesto lässt sich abführen, ohne Vitellias Mitschuld zu verraten. Diese bleibt schuldbewusst zurück (Nr. 14: Terzett Vitellia, Sesto, Publio: „Se al volto mai ti senti“)

Großer Audienzsaal mit Thron, Sitzen und Tischen

Szene 5. Das Volk preist das Schicksal für die Rettung des Kaisers (Nr. 15: Chor: „Ah grazie si rendano“). Tito kann nicht an den Verrat seines Freundes Sesto glauben. Publio hofft, dass er damit recht hat (Nr. 16: Arie Publio: „Tardi s’avvede“).

Szene 6. Annio bittet Tito um Gnade für Sesto.

Szene 7. Publio bringt Tito das zu unterschreibende Todesurteil. Er bestätigt, dass Sesto gestanden habe und seine Schuld feststehe. Tito schickt ihn und Annio hinaus, um in Ruhe nachdenken zu können. Annio bittet noch einmal um Milde (Nr. 17: Arie Annio: „Tu fosti tradito“).

Szene 8. Tito ist mit sich selbst im Unreinen. Er setzt an, das Urteil zu unterschreiben, legt es dann aber wieder fort. Schließlich beschließt er, selbst mit Sesto zu sprechen, um die Hintergründe seiner Tat zu erfahren (Accompagnato: „Che orror! che tradimento!“).

Szene 9. Zusammen mit Publio wartet Tito ungeduldig darauf, dass Sesto hereingeführt wird.

Szene 10. Im Gespräch mit Sesto erfährt Tito nichts Neues (Nr. 18: Terzett Sesto, Tito, Publio: „Quello di Tito è il volto!“). Sesto zeigt starke Reue für seine Tat, nennt aber keine Gründe oder Mittäter, da er Vitellia nicht in Gefahr bringen will. Tito wird wütend und lässt ihn wieder abführen. Sesto bittet darum, noch einmal seine Hand küssen zu dürfen und erinnert ihn an ihre frühere Freundschaft (Nr. 19: Rondo Sesto: „Deh per questo istante solo“).

Szene 11. Wieder allein, unterschreibt Tito widerstrebend das Urteil, zerreißt es aber anschließend.

Szene 12. Als Publio zurückkehrt, teilt Tito ihm nur mit, dass alles entschieden sei. Sie begeben sich zusammen zur Arena, wo das Urteil vollstreckt werden soll. Tito fühlt sich nicht in der Lage, der von seinem Amt geforderten Grausamkeit nachzugeben (Nr. 20: Arie Tito: „Se all’impero, amici Dei“).

Szene 13. Vitellia erfährt von Publio, dass Sesto in der Arena hingerichtet werden soll. Sie befürchtet, dass Sesto sie in seinem Gespräch mit dem Kaiser verraten hat.

Szene 14. Annio und Servilia flehen Vitellia an, ihren Einfluss als seine künftige Gattin bei Tito geltend zu machen, um Sesto zu retten. Vitellia schließt daraus, dass Sesto still gehalten hat. Servilia hofft, dass ihre Tränen Erfolg haben werden (Nr. 21: Arie Servilia: „S’altro che lacrime“).

Szene 15. Vitellia bewundert die Liebe und Treue Sestos, der für sie in den Tod gehen wird. Sie erkennt, dass sie Tito ihre eigene Schuld bekennen muss, wenn sie nicht ihr Leben lang unter Schuldgefühlen leiden will (Nr. 22: Accompagnato Vitellia: „Ecco il punto, oh Vitellia“ – Nr. 23: Rondo Vitellia: „Non più di fiori vaghe catene“).

Prächtiger Ort am Eingang des großen Amphitheaters, dessen Inneres hinter mehreren Bögen sichtbar ist; die zum Feuertod verurteilten Verschwörer befinden sich bereits in der Arena

Szene 16. Nach einem allgemeinen Lobpreis auf den Herrscher (Nr. 24: Chor: „Che del ciel, che degli Dei“) lässt Tito die Verurteilten hereinführen. Annio und Servilia flehen erneut um Gnade für Sesto.

Szene 17 Vitellia stürzt atemlos herein, kniet vor dem Kaiser nieder und gesteht, dass sie selbst Sesto zu seinem Verrat angestiftet habe, weil sie sich zurückgesetzt gefühlt habe und nach Rache dürstete. Tito ist schwer enttäuscht. Gerade als er einen Verbrecher begnadigen wollte, musste er einen weiteren finden (Nr. 25: Accompagnato Tito: „Ma che giorno è mai questo?“). Dennoch bleibt er sich treu: Er lässt Sesto, Lentulo und die anderen Verschwörer frei. Alle preisen seinen Großmut (Nr. 26: Sextett mit Chor: „Tu, è ver, m’assolvi Augusto“).

Programm und Besetzung

Künstlerisches Profil


LEITER: Philippe Auguin
REGIE: David McVicar
SET DESIGN: Bettina Neuhaus
COSTUMES: Jenny Tiramani
LICHT DESIGN: Jennifer Tipton
Produktion: Gran Teatre del Liceu für das Festival D'Art Lyrique d'Aix-en-Provence 2011
SYMPHONIEORCHESTER UND CHOR DER LICEU OPERA BARCELONA
LEITER DES CHORES: Conxita Garcia


Guss

 

Tito Vespasiano: Paolo Fanale - 19., 22., 25., 27. Februar und 26., 28. April.
Dovlet Nurgeldiyev - 20., 23. Februar und 17., 29. April.
Vitellia: Myrtò Papatanasiu - 19., 22., 25. Februar 2010
Vanessa Goikoetxea - 20., 23., 27. Februar und 17., 29. April.
Carmela Remigio - 26., 28. April 2010
Servilia: Anne-Catherine Gillet - 19., 20., 22., 23., 25., 27. Februar.
Sara Blanch - 17., 26., 28., 29. April.
Sexten: Stéphanie D'Oustrac
19., 22., 25. Februar und 26., 28. April.
Maite Beaumont - 20., 23., 27. Februar und 17., 29. April.
Annio: Lidia Vinyes-Curtis
Veröffentlichung: Matthieu Lécroart

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Gran Teatre del Liceu

Das Gran Teatre del Liceu ist das größte Opernhaus der katalanischen Hauptstadt Barcelona und liegt an den Rambles im Zentrum der Stadt.

Das Theater wurde am 4. April 1847 eröffnet und nach einem Brand am 31. Januar 1994 im Jahr 1999 wiedereröffnet.

 

Der Wiederaufbau

Nach der Brandkatastrophe wurde beschlossen, das Liceu „am selben Ort und so wie es war“ wieder aufzubauen, allerdings mit den nötigen Verbesserungen. Eine gemeinnützige Stiftung wurde gegründet, die „Fundació del Gran Teatre del Liceu“ und die private Trägergesellschaft überließ trotz innerer Widerstände einzelner Miteigentümer das Grundeigentum der öffentlichen Hand. Die Stiftung startete eine große und erfolgreiche Spendenkampagne. Die Hälfte der Rekonstruktionskosten konnten so gedeckt werden.

Nach 5 Jahren „Liceu a l'exili“ an verschiedenen Spielstätten öffnete das Haus am 7. Oktober 1999 wieder seine Pforten. Am Programm stand Turandot von Puccini, das Werk, das auch am 31. Januar 1994 hätte gespielt werden sollen. Die Fassaden und der Spiegelsaal waren erhalten geblieben. Der Zuschauerraum wurde in alter Art rekonstruiert, allerdings in den Jahren 1998–1999 mit neuen Malereien des katalanischen Künstlers Perejaume ausgestattet. Bühne und Büros wurden modernisiert. Auch ein neuer kleiner Saal wurde geschaffen und die Pausenräumlichkeiten wurden erweitert. Als Architekten des Rekonstruktionsprojektes fungierten Ignasi de Solà-Morales, Xavier Fabré und Lluís Dilmé.

 

Zahlen und Fakten

Der große Saal hat bei 360 m² Fläche eine Kapazität von 2.286 Plätzen in Theaterbestuhlung. Er wird auch als Bankettsaal genutzt, auf einer Fläche von 530 m² finden dann 350 bis 530 Personen Platz. Veranstaltungen finden auch im Saló dels Miralls (spanisch: Salón de los Espejos, dt: Spiegelsalon, max. 280 Personen), im Foyer und im Vestibül statt. Seit der Wiedereröffnung 1999 verfügt das Haus über eine außergewöhnlich aufwändige Bühnentechnik, die schnelle und kosteneffiziente Wechsel der Bühnenbilder erlaubt.

 

Besichtigung

Eine Besichtigung des Opernhauses außerhalb der Konzertzeiten ist möglich. Täglich werden geführte Rundgänge angeboten, diese dauern etwa eine Stunde. Ungeführte Rundgänge sind ebenso möglich.

 

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